Zoll und Zollbestimmungen bei Einfuhr aus USA

xk2007_coupe_8_jrg_sentaWer auf seiner Reise in die USA günstig iPods für alle Freunde erstanden hat, dem macht der Zoll bei der Einreise nach Deutschland unter Umständen einen Strich durch die Einkaufsrechnung.  Im folgenden werden alle wesentlichen Zolbestimmungen erläutert.    

Zollabgaben werden auf viele Waren erhoben, die aus USA nach Deutschland eingeführt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Reisender diese Waren im Gepäck mitbringt oder eine Privatperson Waren auf dem Postweg aus den USA nach Deutschland schicken lässt. Das gilt für den Zoll als Eigenimport. Deswegen werden alle Zollabgaben auch beim Internet-Einkauf fällig, wenn der Warenwert eine bestimmte Grenze überschreitet. Wer keine bösen Überraschungen nach dem Einkauf von Produkten direkt aus den USA erleben will, sollte die wichtigsten Zollbestimmungen kennen.

Schlimmstenfalls drohen bei Verletzungen von Artenschutzabkommen oder bei Produktpiraterie Bußgelder.

Einfuhrbestimmungen für Produkte aus den USA

Waren, die bei der Einreise aus den USA im persönlichen Gepäck transportiert werden und für den persönlichen Gebrauch oder als Geschenk bestimmt sind, werden vom deutschen Zoll nach den üblichen Richtlinien über Mengenbegrenzungen bei der Einfuhr behandelt. Da die USA zu den Drittländern außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums gehören, sind die Freimengen geringer, als bei Einfuhren aus EU-Ländern. Tipp: Da der Zoll nicht erlaubt, dass der Reisende außer für Familienangehörige auch Geschenke für Freunde einführt, sollte sich der USA-Rückkehrer vor dem Eintritt in den Zollbereich rechtzeitig überlegen, wen er beschenken will.

Tabakwaren: USA Reisende dürfen 200 Zigaretten, 100 Zigarillos, 50 Zigarren oder 250 Gramm Schnitttabak zollfrei einführen.
• Alkohol: Ein Liter hochprozentiger Alkohol über 22 Prozent Alkoholgehalt oder zwei Liter mit einem Alkoholgehalt unter 22 Prozent dürfen eingabefrei aus den USA mitgebracht werden. Außerdem vier Liter Wein und 16 Liter Bier.
Arzneimittel: Da Arzneimittel in Deutschland weltweit mit am teuersten sind, achtet der Zoll darauf, dass die Mengen den persönlichen Bedarf nicht überschreiten.
Andere Waren: Der Zoll unterscheidet nicht zwischen elektronischer Ware oder etwa Textilien. Was zählt, ist allein der Warenwert. Flugreisenden aus den USA ist es erlaubt, Artikel bis zu einem Gesamtwert von 430 Euro zollfrei nach Deutschland mitzubringen. Bei Reisenden unter 15 Jahren ist der Gesamtwert auf 175 Euro beschränkt.

Zölle für Produkte aus den USA

Werden Freigrenzen oder Höchstbetrag der mitgebrachten Waren überschritten, werden Abgaben wie Einfuhrumsatzsteuer sowie evtl. Verbrauchssteuern etwa für Tabak oder Alkohol fällig. Nur in diesen Fällen muss der Reisende am Flughafen den Zollschalter aufsuchen. Beim Warenwert bis 700 Euro berechnet der Zöllner einen Pauschalbetrag von 13,5 Prozent des Warenwerts. Wer nicht sofort zahlt, darf das Geld innerhalb von zehn Tagen beim zuständigen Zoll seines Wohngebiets einzahlen. Solange behält der Zoll den Einkauf als Pfand. Bei einem Warenwert über 700 Euro werden die Abgaben gemäß der einzelnen Steuern wie etwa Branntweinsteuer und mit der Einfuhrumsatzsteuer berechnet; 19 Prozent bzw. sieben Prozent bei Büchern und Lebensmitteln. Tipp: Da der Zoll den Warenwert schätzt, wenn keine Rechnungsbelege vorliegen, unbedingt alle Kassenquittungen aufbewahren. Informationen unter http://www.zoll.de.

Strafen bei verbotenen Einfuhren

Kein Pardon kennt der Zoll, wenn aus den USA Produkte von Tieren oder Pflanzen eingeführt werden, die auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt sind. Unwissenheit schützt auch beim Zoll vor Strafe nicht. Tipp: Vorher informieren, bevor die Kette etwa aus geschützten schwarzen Korallen gekauft wird. Werden aus den USA Waren eingeführt, die der Zoll als nachgemachte Fälschungen von Markenartikeln identifiziert, zieht er diese Waren ein und kann Bußgelder verhängen. Tipp: Besser Hände weg von Artikeln der Produktpiraten.

Einfuhrbestimmungen beim Versand aus den USA

Wer sich Waren nach dem Einkauf im Internet aus den USA schicken lässt, muss zum zuständigen Zollamt, um seine Postsendung in Empfang zu nehmen. Ist die Sendung als Geschenk deklariert, bleibt sie bis zum Wert von 45 Euro abgabefrei. Kommerzielle Postsendungen dürfen nur Waren im Wert von 22 Euro enthalten, wenn sie abgabefrei sein sollen. Darüber hinaus wird die Einfuhrsteuer in Höhe von 19 bzw. sieben Prozent hinzugerechnet. Nur bei Waren im Wert bis 150 Euro fällt seit Dezember 2008 der zu entrichtende extra Zollsatz weg. Die Einfuhrsteuer wird auch bis 150 Euro Warenwert wie bisher berechnet.

Kostet das Paket zusammen mit den Versandkosten nicht mehr als 150 €, dann muss kein Zoll gezahlt werden.  Jedoch fallen immer die 19 % Einfuhrumsatzsteuer an! Dafür sind die  Angebote  in den USA aber auch Umsatzsteuerfrei. Bei über 150€ Warenwert (inkl. Versand) fallen 13,5% Zollgebühr an.

Preis: Zoll: 13,5 % Einfuhrumsatzsteuer: 19 % Gesamtpreis:
150 € 0 € 28,50 € 178,50 €
151 € 20,39 € 28,69 € 200,08 €

Tipp: Beim Internet-Kauf von US-Waren entsprechend die deutsche Einfuhrsteuer hinzurechnen, um Preise vergleichen zu können.

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